Protokolle zur Bibel https://www.protokollezurbibel.at/index.php/pzb <p>„Protokolle zur Bibel“ ist eine bibelwissenschaftliche Fachzeitschrift, die von der Arbeitsgemeinschaft der Assistentinnen und Assistenten (argeass.at) herausgegeben und von Dr. Agnethe Siquans, Dr. Veronika Burz-Tropper und Dr. Werner Urbanz betreut wird. Die Beiträge gruppieren sich zum einen um die Themenschwerpunkte der Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft. Zum anderen sind auch allgemeine Einreichungen aus der Bibelwissenschaft und benachbarten Disziplinen willkommen.</p> Herausgeberin: Arbeitsgemeinschaft der Assistentinnen und Assistenten an bibelwissenschaftlichen Instituten in Österreich (ArgeAss) de-DE Protokolle zur Bibel 2412-2467 Helel ben Schachar – Lucifer (Jes 14,12). Von der Entmythologisierung zur Apokalyptisierung? https://www.protokollezurbibel.at/index.php/pzb/article/view/6248 <p>Der für frühjüdische und -christliche Satansvorstellungen wichtigen Stelle vom Sturz des feindlichen Herrschers (Jes 14,12ff) liegt nach verbreiteter Auffassung ein ugaritischer Mythos zugrunde, worauf insbesondere die Bezeichnungen „Helel ben Schachar“ und „Zaphon“ hinweisen. Verwandte Motive und Traditionen finden sich auch an anderer Stelle (Gen 3; 6,1–4; 11; Ps 82; Sir 50,6; Ez 28; Klgl 2,1). Innerhalb des AT scheinen das anmaßende Horn in Dan 8 und Antiochus’ IV. Sturz in 2 Makk 9 direkt auf Jes 14 Bezug zu nehmen. Frühjüdische und frühchristliche Texte (Jesaja-Pescher, VitAd 15, 2 Hen 29; 31) sowie ntl. Texte (Mt 4,8–10&nbsp;par.; 11,23&nbsp;par.; Lk 10,18; 2 Thess 2,3–4; Offb 9,1; 12,7–9) knüpfen daran an und setzen den feindlichen Herrscher zunehmend mit dem Satan gleich.</p> Konrad Kremser Copyright (c) 2021 Protokolle zur Bibel 2021-06-16 2021-06-16 30 1 Die Jesaja-Zitate im Johannesevangelium https://www.protokollezurbibel.at/index.php/pzb/article/view/6249 <p>Zitate aus Jesaja und eine Bezugnahme auf ihn dienen zur Deutung des Wirkens Jesu in der Öffentlichkeit (Joh 1–12), seiner Sendung von Gott, seiner singulären Beziehung zu Gott sowie der rätselhaften Tatsache, dass die durch ihn vollbrachten Zeichen auch bewirken, dass man nicht an ihn glaubt. Durch den Propheten Jesaja wird auch die für das Johannesevangelium charakteristische Präexistenzchristologie gestützt und bereichert.</p> Martin Hasitschka Copyright (c) 2021 Protokolle zur Bibel 2021-06-16 2021-06-16 30 1 Der Gottesknecht als anthropologische Figur in der Bildungswissenschaft https://www.protokollezurbibel.at/index.php/pzb/article/view/6250 <p>Die Bezeichnung „Gottesknecht“ begegnet überraschenderweise auch in der Bildungswissenschaft, und zwar als anthropologische Metapher für das mittelalterliche Menschenbild. Mit diesem Begriff verbindet sich nicht nur ein negatives Menschenbild, sondern auch ein ebensolches Gottesbild: Der Mensch unterwirft sich Gott als seinem Herrn. Damit verliert der Mensch auch seine Würde, insofern er auf eigenständigen Vernunftgebrauch verzichtet (sacrificium intellectus). Erst die Aufklärung habe darauf mit einer konsequenten Detheologisierung reagiert. Nur so könne der Mensch seine Würde verteidigen, gestützt auf die eigene Vernunft. – Wie kann die alttestamentliche Bibelwissenschaft darauf reagieren? Ist Detheologisierung notwendig zur Verteidigung der Menschenwürde? Oder gibt es auch eine theologisch begründete Menschenwürde? Klassische biblische Zeugnisse (Gen 1,26; Ps 8) bieten ein nahezu postmodern anmutendes theologisches Konzept der Menschenwürde. Sie besteht darin, dass Gott den Menschen zu seinem Stellvertreter auf Erden einsetzt. Die deuteronomische Rechtsordnung kann so verstanden werden: Das Gottesrecht sichert in Gestalt der Menschenrechte die Würde aller Menschen. Die Anerkennung der Menschenrechte zeichnet eine „gebildete Gesellschaft“ aus. Laut Weisheitstradition (Spr; Sir) setzt die Anwendung der Tora übrigens die menschliche Vernunft voraus. Von der Notwendigkeit einer Detheologisierung zur Wahrung der Menschenwürde kann also keine Rede sein, im Gegenteil: Das Gottesrecht (Tora) sichert die allgemeine Menschenwürde. Die Würde des biblischen Gottesknechts (DtJes) besteht schließlich in seinem Auftrag, die Tora zu universalisieren.</p> Oskar Dangl Copyright (c) 2021 Protokolle zur Bibel 2021-06-16 2021-06-16 30 1 Wer macht den Hebammen “Häuser”? Die Verwendung und Auslegung von Ex 1,21 nach dem hebräischen und dem Septuaginta-Text bei Hieronymus https://www.protokollezurbibel.at/index.php/pzb/article/view/6251 <p>Hieronymus, der <em>vir trilinguis</em> und Verfechter der <em>hebraica veritas</em>, verwendet den Vers Ex 1,21 in unterschiedlichen Zusammenhängen. Dabei benutzt er meist die Version der LXX, seltener den hebräischen Text. Es finden sich aber auch Fälle, in denen er den Text seinem exegetischen Kontext anpasst. Der Beitrag geht der Frage nach Hieronymus’ Umgang mit dem biblischen Text und seinen Versionen anhand von Ex 1,21 sowie den jeweiligen Interpretationen nach.</p> Agnethe Siquans Copyright (c) 2021 Protokolle zur Bibel 2021-06-16 2021-06-16 30 1