Mahanajim als Zufluchtsort Isch-Boschets und Davids

Abstract

Mahanajim dient in der Aufstiegserzählung Davids und in der Thronfolgeerzählung Davids als Zufluchtsort und alternative Residenz eines bedrängten Königs. Zunächst ist es der Sohn Sauls, Isch-Boschet, der von seinem Heerführer Abner nach dem Tod Sauls in Mahanajim zum König gemacht wird. Später flieht David vor Abschalom dorthin. Beide Könige überschreiten in einer Krisensituation den Jordan und versuchen, im Ostjordanland Zuflucht zu finden, um von dort aus (wieder) Kontrolle über ganz Israel zu erlangen. Während Isch-Boschet damit scheitert und in Mahanajim ermordet wird, hat David Erfolg und kann siegreich nach Jerusalem zurückkehren. Angesichts der Tatsache, dass in einer wichtigen Traditionslinie des Alten Testaments der Jordan als Grenze des Landes gilt, ist der Rückzug bzw. die Flucht an einen Ort im Ostjordanland erstaunlich und verlangt eine nähere Untersuchung.

Veröffentlicht
2019-06-19
Rubrik
Artikel