Geschlechterdiversität und Geschlechterbeziehungen. Ein Blick in die rabbinische Halacha
Schlagworte:
Gender Diversity, Rabbinic Judaism, Halakha, Niddah, GenderqueernessAbstract
Geschlechter sind divers, ebenso wie die Beziehungen zwischen ihnen komplexen Mustern folgen. Diese Muster können internalisiert sein oder in Form von (kodifizierten) Verhaltensregeln vorgeschrieben werden. Durch die genaue Klassifizierung von körperlichen Merkmalen schuf die rabbinische Literatur ein System von sechs Geschlechtern, die dann in die normativen Vorgaben der Halacha eingepasst werden mussten. Dieser Beitrag zeichnet nach, wie Texte des Tanach aufgegriffen werden, um ein Konzept von Geschlechterdiversität zu entwickeln, das über die binäre Vorstellung der Prätexte hinausgeht. Ausgehend davon wird die Frage der Beziehungen zwischen den Geschlechtern untersucht. Dabei finden besonders jene Texte Beachtung, die die Einordnung der Geschlechter in das System der Halacha bedenken. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anhand der Niddah als beispielhafter Fallstudie vertieft. Es zeigen sich frühe Ansätze geschlechtlicher Diversität im Spannungsfeld zwischen der Tora und ihrer praktischen Umsetzung im Alltag, die eine interessante Perspektive für heutige Diskussionen eröffnen.

